Diabetes Mellitus
Diabetes ist der Sammelbegriff für heterogene Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund die chronische Hyperglykämie (erhöhter Nüchtern-Blutzuckerspiegel) ist. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinausschüttung oder eine gestörte Insulineinwirkung (oder auch beides).
Bei der Typ I Erkrankung kommt es meist schon in der Jugend zu einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus noch ungeklärten Gründen. Durch diesen Mangel an Insulin kommt es zu chronisch erhöhten Blutzuckerspiegeln, die im Verlauf viele weitere Krankheiten und Störungen verursachen können, wie Nierenschädigungen, Nervenleitungsstörungen, Netzhautveränderungen etc.
Typ II Diabetes kommt in neun von zehn aller Fälle von Diabetes vor und betrifft vor allem ältere Menschen. Hier liegt eine Insulinresistenz der Zellen vor, bzw. ein erworbener Defekt des Insulinrezeptors. Diese immer häufiger auftretende Störung führt dazu, dass das Bauchspeicheldrüsenhormon seine Wirkung nicht mehr richtig entfalten kann. Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und übermäßiger Konsum einfacher Zucker und Weißmehlprodukte führen zu einem ständigen Anstieg des Insulinbedarfs, bzw. der Insulinausschüttung. Durch den hohen Insulinspiegel wird die Insulinrezeptorzahl und damit die Insulinwirkung verringert. Dies erfordert in der Folge eine weiter verstärkte Insulinausschüttung. Je nach Dauer der Prozesse und bei bestimmten zusätzlich beeinflussenden Faktoren (Fettleibigkeit, Schwangerschaft, Leberkrankheiten, Stressfaktoren und die Einnahme bestimmter Medikamente) kommt es langfristig zur Erschöpfung der insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und dadurch schließlich zur Insulinabhängigkeit des Typ II Diabetes Mellitus.
Symptome des Diabetes Mellitus
Der hohe Blutzuckerspiegel kann auf Dauer vor allem am Gefäßsystem des gesamten Körpers führen. Die häufigsten Folge- und Spätschäden des Diabetes Mellitus sind :
- Erkrankungen der großen arteriellen Blutgefäße: KHK, Schlaganfall pAVK
- Erkrankung der kleinen Blutgefäße: Blutdruckanstieg, Netzhautveränderungen
- Auflösung der Markscheide der Nerven: Äußert sich durch Missempfinden in Armen, Beinen, Sensibilitätsstörungen, Unsicherheit in der Biomotorik, Muskelschmerzen und vegetative Störungen
- Diabetischer Fuß: Schädigung der kleinen Hautgefäße; im Bereich der Zehen/Ferse kommt es einem infektiösen Gewebeuntergang, der oft mitlochförmigen Hautgeschwüren einhergeht
- Diabetische Fettleber: Verfettung der Leber von Triglyceriden in den Leberzellen
- Infektanfälligkeit durch schlechte Energieversorgung
Warum Gesundheitssport bei Diabetes Mellitus?
Regelmäßiger moderater Sport hat einen günstigen Einfluss auf die Stoffwechsellage und führt zu einem geringen Insulinbedarf durch eine Vermehrung der Insulinrezeptoren, welche auf das Hormon (Insulin) besser ansprechen. Zusätzlich sinkt durch regelmäßigen Sport, insbesondere durch Ausdauertraining, der Ruhespiegel an Katecholaminen, die den Blutzucker anheben. Weiterhin reduziert man das Körpergewicht und bekämpft weitere Risikofaktoren für Folgeerkrankungen (wie Fettstoffwechselstörungen). Als empfehlenswerte Sportarten gelten Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Rudern etc. Diese haben einen enormen Stoffwechseleffekt (Beanspruchung großer Muskelgruppen) und sind einfach steuerbar. Bei sportlicher Aktivität sind hohe Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Deshalb ist einseitiger Kraftsport prinzipiell eher ungünstig. Kraftausdauertraining z. B. in Form eines Zirkels mit relativ leichten Gewichten und vielen Wiederholungen für die Hauptmuskeln des Körpers sind dagegen sehr effektiv. Hier steigt die Insulinsensitivität im Körper an.

